{"id":4087,"date":"2014-11-18T22:58:54","date_gmt":"2014-11-18T21:58:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.b.shuttle.de\/hayek\/hayek\/jochen\/wp\/blog-de\/?p=4087"},"modified":"2014-11-18T22:58:54","modified_gmt":"2014-11-18T21:58:54","slug":"buch-von-joachim-meyerhoff-alle-toten-fliegen-hoch-teil-1-amerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wp.jochen.hayek.name\/blog-de\/2014\/11\/18\/buch-von-joachim-meyerhoff-alle-toten-fliegen-hoch-teil-1-amerika\/","title":{"rendered":"Buch von Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch, Teil 1: Amerika"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joachim_Meyerhoff\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joachim_Meyerhoff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lul.to\/person\/Joachim+Meyerhoff\">https:\/\/www.lul.to\/person\/Joachim+Meyerhoff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783462044362\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783462044362<\/a>\u00a0\u2013 &#8220;Alle Toten fliegen hoch&#8221;, Teil 1<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lul.to\/1a3\/alle-toten-fliegen-hoch-teil-1-amerika-roman\/\">https:\/\/www.lul.to\/1a3\/alle-toten-fliegen-hoch-teil-1-amerika-roman\/<\/a>\u00a0\u2013 Teil 1<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783462045161\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783462045161<\/a> \u2013 &#8220;Alle Toten fliegen hoch&#8221;, Teil 2<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lul.to\/2tl\/alle-toten-fliegen-hoch-teil-2-wann-wird-es-endlich-wieder-s\/\">https:\/\/www.lul.to\/2tl\/alle-toten-fliegen-hoch-teil-2-wann-wird-es-endlich-wieder-s\/<\/a>\u00a0\u2013 Teil 2<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachtkritik.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1276:alle-toten-fliegen-hoch-teil-3-joachim-meyerhoff-erzaehlt-autobiographisches&amp;catid=80:burgtheater-wien\">http:\/\/www.nachtkritik.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1276:alle-toten-fliegen-hoch-teil-3-joachim-meyerhoff-erzaehlt-autobiographisches&amp;catid=80:burgtheater-wien<\/a>\u00a0\u2013 ad Teil 3<\/li>\n<\/ul>\n<p>Von wem bekam ich denn eigentlich <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ESV\/Amos9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">am 18<\/a>. November (oder in den Tagen kurz davor) diesen Buchtipp?<\/p>\n<p>Jedenfalls <span style=\"text-decoration: underline\">kaufte<\/span> ich sogar <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/ESV\/Amos9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">am 18<\/a>. die Kindle-Edition dieses Buchs, bevor ich (richtig) anfing, das Buch zu lesen. Bis auf Weiteres m\u00f6chte ich mir den Luxus leisten k\u00f6nnen, B\u00fccher zu <span style=\"text-decoration: underline\">kaufen<\/span>, wenn ich sie lese.<\/p>\n<p>2014-11-19 : Ich kam im ersten Versuch\u00a0bis zu der Geschichte mit der Rutsche und der Lederhose. Die Kampffischgeschichte finde ich schon leicht obsz\u00f6n. aber zumindest identifiziert sich der Autor nicht mit der dahinter steckenden Einstellung (es war ja schlie\u00dflich sein Bruder, der die Sache betrieb), und es klingt ja schon auch ein wenig nach moralischer Entr\u00fcstung.<\/p>\n<p>2015-01-14 :<\/p>\n<blockquote><p>Der Zug fuhr in den Bahnhof ein: Hamburg-Altona. \u2026\u00a0\u00fcber Hamburg geh\u00f6rt hatte ich schon einiges. Hamburg bot jede Menge Gespr\u00e4chsstoff auf ganz unterschiedlichen Gebieten. Drei gro\u00dfe Hs standen f\u00fcr Hamburg. H wie Hauptbahnhof, H wie Hafenstra\u00dfe und H wie Herbertstra\u00dfe. Und \u00fcber jedes dieser Hs wollte ich nach diesem Tag mehr wissen, als ich geh\u00f6rt und mir vorgestellt hatte.<\/p><\/blockquote>\n<p>2015-01-20 : den Abschnitt am Anfang des 4. Kapitels \u00fcber die Trauer der Familie bez\u00fcglich des verstorbenen mittleren Bruders finde ich den bislang ergreifendsten in diesem Buch \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>2015-01-22 :<\/p>\n<blockquote><p>Als Stan kam, h\u00e4tte ich ihn am liebsten umarmt. So freundlich, vertraut und harmlos sah er aus, dieser kleine, ordentlich angezogene Mann. Auf der Heimfahrt sah ich aus dem Fenster, roch Stans Pomade und war heilfroh und dankbar f\u00fcr meine Gasteltern. Mit einem malenden Vietnamveteranen, der vom Balkon aus B\u00e4ren schie\u00dft, Stinktiere an Zaunpf\u00e4hle nagelt und einen unter Hundeaufsicht zu Tode drillt, ein Jahr lang in diesem Horrorhaus zusammenzuleben? Dagegen hatte ich es doch wirklich gut erwischt. Da waren Dons Gemeinheiten doch eine Lappalie!<\/p><\/blockquote>\n<p>2005-01-22 Nachmittag \u2013 der Erz\u00e4hler ist zur\u00fcck <span style=\"text-decoration: underline\">im Land des zu kauenden Brotes<\/span>:<\/p>\n<blockquote><p>Auf dem R\u00fcckweg vom Hamburger Flughafen fuhr mein Bruder. Ich sa\u00df bequem auf dem Beifahrersitz. Mein Vater hatte sich neben meine Mutter nach hinten gezw\u00e4ngt. Wir kamen auf die Autobahn. Pl\u00f6tzlich roch es k\u00f6stlich. Ich drehte mich um. Da sa\u00df mein Vater und schmierte mir ein frisches Schwarzbrot mit meiner Lieblingsleberwurst von Schmale, dem besten Schlachter unserer Stadt. In mehreren Briefen hatte ich von meinem Hei\u00dfhunger auf Schwarzbrot mit Leberwurst geschrieben. Eigentlich hatte ich diesen Hei\u00dfhunger gar nicht, aber ich wollte meinen Eltern eine Freude machen. Andauernd hatte ich von Dingen geschrieben, die ich vermissen w\u00fcrde, aber eigentlich gar nicht vermisste, \u00fcber Entbehrungen, die keine waren. Mein Vater reichte mir das dick abgeschnittene Leberwurstschwarzbrot nach vorne. Ich biss hinein, machte \u00bbMmmmmhhh! Ohhhh!\u00ab und schw\u00e4rmte \u00bbIst das lecker!\u00ab. <span style=\"text-decoration: underline\">Dabei taten mir die Z\u00e4hne weh vom Kauen der ungemahlenen K\u00f6rner und auch der Geschmack war mir zu intensiv. Die letzten zw\u00f6lf Monate<\/span> (in den USA) <span style=\"text-decoration: underline\">hatte ich mehr oder weniger alle Speisen gelutscht oder maximal ein wenig mit den Backenz\u00e4hnen zerquetscht. So richtig gekaut hatte ich schon lange nicht mehr. Mein Gott, war das m\u00fchsam! Als ich dieses feuchte, verdichtete Schwarzbrot kaute, ahnte ich bereits, wie steinig der Weg werden w\u00fcrde, mich in mein altes Vollkornleben zur\u00fcckzubei\u00dfen.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, in &#8216;Schland ist es etwas anders mit dem Chic und der Kosmetik:<\/p>\n<blockquote><p>Meine Freunde erwarteten mich auf dem Parkplatz vor unserem Haus mit bemalten \u00bbWelcome Home\u00ab-Bettlaken, und, ich hatte nicht mehr damit gerechnet, meine Freundin war auch da. Ich ging auf sie zu. Sie kam mir ein wenig ungepflegt vor, so ungeschminkt und unfrisiert, wie sie da vor mir stand.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie war das noch wenige Seiten davor? Ein Amerikaner tr\u00e4llerte &#8220;99 Luftballons&#8221; und schw\u00e4rmte von Nena \u2013 merkte aber doch an, dass ihre &#8220;armpits&#8221; so naturbelassen sind.<\/p>\n<blockquote><p>Auf der H\u00f6he des Abteils drosselte sie das Tempo. Der Junge sagte etwas nach hinten in das Abteil hinein. Meine Mutter und die Tante kamen an das Fenster. Mein Bruder winkte, die Fahrerin rief \u00bbAh, Mamma! Mamma!\u00ab, hupte lange und winkte. F\u00fcr einen Moment, mir kam er damals unendlich lang vor, war meine Mutter starr vor Entsetzen. Sie schien schlicht nicht zu glauben, was sie sah: Ihre S\u00f6hne in einem hupenden Taxi mit einer rauchenden, singenden Taxifahrerin mit roter M\u00e4hne. In diesem langen Moment sah meine Mutter aus wie ein staunendes Kind.<\/p>\n<p>\u2026<\/p>\n<p>V\u00f6llig fertig sa\u00df ich wieder in meinem Sitz. Mein Bruder erz\u00e4hlte detailliert den Hergang unserer Abkoppelung und Odyssee. Da sagte der Sohn meiner Tante, der bis jetzt nur blasiert dreinblickend zugeh\u00f6rt hatte: \u00bbMein Gott, Mutter, h\u00f6rst du das? Wie kann man nur so dumm sein?\u00ab Da fuhr meine Mutter ihn an: \u00bb<span style=\"text-decoration: underline\">Halt deinen Mund, du Klugschei\u00dfer. Behalt deine Weisheiten f\u00fcr dich!<\/span>\u00ab Beleidigt verlie\u00dfen meine Tante und ihre beiden Musterkinder das Abteil und blieben bis zur Ankunft im Speisewagen. Meine Mutter setzte sich zwischen uns, legte jedem von uns einen Arm um die Schulter. Mein Bruder und ich sahen uns an. Ich war in diesem Moment so gl\u00fccklich, dass ich ihn hatte, dass er bei mir gewesen war, so froh, dass er mir gegen\u00fcbersa\u00df. Ohne ihn w\u00e4re ich verloren gewesen. Ich beugte mich \u00fcber meine Mutter hinweg und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Er lachte: \u00bbSag mal, was ist denn mit dir los? Bist du nicht ganz dicht? Hast du das gesehen, Mama, der Kleine da hat mich gek\u00fcsst!\u00ab<br \/>\nAn dieses Abenteuer musste ich denken. So lag ich da. Auf dem Bett meines Bruders.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Blick zur\u00fcck \u00fcber den Gro\u00dfen Teich \u2013 der Gastbruder hatte sein Pferd nach der Abreise des Erz\u00e4hlers aus Bosheit zum Schlachter gegeben:<\/p>\n<blockquote><p>Ein Brief von Hazel kam. Sie schrieb mir, wie sehr mich alle vermissen w\u00fcrden und wie traurig sie sei, dass mein Jahr bei ihnen so schnell vorbeigegangen sei. Dann las ich folgende Zeile: \u00bbI am so sorry, but Don sold the horse.\u00ab Sobald es die Zeitumstellung m\u00f6glich machte, rief ich sie an. Es war ihr unangenehm und sie sagte: \u00bbI tried to prevent it.\u00ab Ich fragte sie, an wen Don denn das Pferd verkauft hatte. Hazel druckste herum: \u00bbYou know, Mr. Spock was quite old!\u00ab Ich war entsetzt. Doch es war die bittere Wahrheit. Ich sagte: \u00bbHow could you let him do that?\u00ab Hazel klang hilflos: \u00bbIt was his horse: I couldn\u2019t do anything about it.\u00ab \u00bbBut I liked this horse! I liked it so much! You knew that!\u00ab \u00bbI am so sorry. He did it when Stan and I were at work. When we came home in the evening the horse was already gone.\u00ab \u00bbAnd what did Stan do?\u00ab \u00bbDon\u2019t ask! He yelled at Don and said: \u203aGet out of this house. Do you understand? Get out of my house as soon as possible!\u2039\u00ab Nur drei Tage nach meiner Abreise hatte Don das Pferd weggegeben. Hatte Mr. Spock wahrscheinlich f\u00fcr einen Schleuderpreis an einen Abdecker verh\u00f6kert. F\u00fcr so gnadenlos h\u00e4tte ich ihn nicht gehalten. Von dem Geld hatte er sich auf eine Reise nach Toronto begeben. Was f\u00fcr eine miese und heimt\u00fcckische Rache! Was f\u00fcr eine Niedertracht. So hatte er mir noch ein letztes Mal klipp und klar zu verstehen gegeben, dass er mich hasste und dass nun wieder er es war, der die Entscheidungen traf.<\/p><\/blockquote>\n<ul>\n<li>\u2026 &#8220;<em>move<\/em>&#8221; \u2026 \u2013 an so etwas erinnere ich mich &#8220;selbst&#8221; auch.<\/li>\n<li>die Aale \u2026<\/li>\n<li>Basketball \u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus der Beschreibung des Verlages:<\/p>\n<blockquote><p>\u2026 Dieser mitrei\u00dfende Entwicklungsroman erz\u00e4hlt von Liebe, Fremde, Verlust und Selbstbehauptung und begeistert durch Sensibilit\u00e4t, Selbstironie und Witz. \u2026<\/p><\/blockquote>\n<p>Das stimmt, das steckt alles da drin. Jetzt gerade las ich Teil 1 zu Ende \u2013 und habe Hunger auf Teil 2.\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joachim_Meyerhoff https:\/\/www.lul.to\/person\/Joachim+Meyerhoff https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783462044362\u00a0\u2013 &#8220;Alle Toten fliegen hoch&#8221;, Teil 1 https:\/\/www.lul.to\/1a3\/alle-toten-fliegen-hoch-teil-1-amerika-roman\/\u00a0\u2013 Teil 1 https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spezial:ISBN-Suche\/9783462045161 \u2013 &#8220;Alle Toten fliegen hoch&#8221;, Teil 2 https:\/\/www.lul.to\/2tl\/alle-toten-fliegen-hoch-teil-2-wann-wird-es-endlich-wieder-s\/\u00a0\u2013 Teil 2 http:\/\/www.nachtkritik.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1276:alle-toten-fliegen-hoch-teil-3-joachim-meyerhoff-erzaehlt-autobiographisches&amp;catid=80:burgtheater-wien\u00a0\u2013 ad Teil 3 Von wem bekam ich denn eigentlich am 18. November (oder in den Tagen kurz davor) diesen Buchtipp? 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