Postbank: “… berechnen wir … ein zusätzliches Entgelt von 0,99 Euro je Auftrag (per Papier)” – das ist schon eine Wucht!

Etwas vollständiger lautet die Formulierung eigentlich so:

Daher berechnen wir ab dem 1. April 2015 ein zusätzliches Entgelt von 0,99 Euro je Auftrag, wenn Sie uns diesem mit Beleg erteilen.
… gelten die … Änderungen … als von Ihnen genehmigt, wenn Sie den Änderungen nicht spätestens bis zum 1. April 2015 widersprechen. [Dann werden wir Ihnen aber kündigen.] Sie können darüberhinaus den von der Entgeltregelung betroffenen Zahlungsdiensterahmenvertrag auch fristlos und kostenfrei kündigen.

“Natürlich” betrifft es mich (soweit) gar nicht persönlich, denn ich betreibe schon seit einer halben Ewigkeit quasi ausschließlich Online-Banking.

Aber die Gebühren für papierene Buchungs-Aufträge schießen ja in der gesamten Branche in die Höhe. Quasi einen ganzen Euro pro Buchung per Papier – ich halte das wirklich für eine maßlose Unverschämtheit.

“Wir” haben auch ein “Erbenkonto” bei einer “Volksbank Raiffeisenbank”, und mein “Miterbe” lehnt für sich Online-Banking aus diffusen Ängsten heraus total ab. Das halte ich zwar auch für mehr als seltsam, aber so etwas muss möglich sein und einen nicht in den Ruin treiben dürfen.
Mal sehen, ob ich es durchhalte, zukünftig alle fälligen Buchungs-Aufträge selbst und eben online durchzuführen.

Update: Nachdem mir jemand auf mein Artikelchen antwortete, reizte es mich, noch etwas hinzusetzen. Ja, es mag sein, dass die Bearbeitungen von Offline-Aufträgen die Banken eine Menge Geld kostet. Aber das tut es seit jeher. Ja, sie haben erkannt, dass sie durch Umverlagerung auf Online-Aufträge eine Menge Kosten reduzieren können, und ja, sie möchte diejenigen für die Kosten aufkommen lassen, die sie verursachen. Hätte man die “gerechte Kostenzuordnung” nicht über die Zeit etwas strecken können – sagen wir auf die nächsten 20 Jahre? Es gibt eine Menge alte Menschen, die mit der technischen Entwicklung nicht Schritt halten können, und für die ein Euro pro Offline-Auftrag eine ganze Menge Geld ist – auch ich halte einen Euro für eine ganze Menge Geld. Wir müssen diese Sache kritisieren, solange die Wunde noch frisch ist und schmerzt. In absehbarer Zeit werden wir uns leider einfach daran gewöhnt haben und die Sache einfach für gegeben halten.

Update 2015-04-30: Mal sehen, ob es mit der Postbank noch schlechter wird, wenn die Deutsche Bank die Herrschaft über die Postbank abgegeben haben wird!

3 comments

    1. Wir haben seit über 50 Jahren ein Postgirokonto und werden wohl kündigen und zur hiesigen Stadtsparkasse wechseln. Wer weiß, was als nächstes kommen wird?
      Lieselotte

  1. Tja, das sind die Gebaren der Deutschen Bank (Eigner der Postbank)! Wenn Ihr so weiter macht, dann endet es wie mit der Bank24 seinerzeit, als das Konto (für Privatkunden) plötzlich Geld kosten sollte und alle Kunden wegliefen. Nachher kam die Bank reumütig gekrochen und flehte um Kunden. Inzwischen gibt es nämlich im Gegensatz zu damals viele Banken, die ein kostenloses Girokonto anbieten.
    Die Deutsche Bank kriegt den Hals nicht voll! Dabei haben wir Steuerzahler bisher allein die Deutsche Bank mit über 20 Milliarden Euro entlastet bei der Pleite und Verstaatlichung der HypoRealEstate. Soviel hätte sie nämlich mindestens zusätzlich (statt geschätzter gezahlter 2,5 Milliarden) in den Sicherungsfond der Banken einzahlen müssen, wenn es regulär zugegangen wäre.

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