der große Rabbiner Nathan Peter Levinson ist tot

Zentralratspräsident Schuster: »Jüdische Gemeinschaft verdankt ihm außerordentlich viel«

Der von mir sehr bewunderte Professor Levinson verstarb letzten Donnerstag. Ich erfuhr das allerdings, als ich ihn gestern wie gewohnt sonntäglich im Tertianum in der Passauer Straße besuchen wollte und mich an der Rezeption zum Besuch anmelden wollte: “Jein, das geht nicht …” Ich war sehr traurig und vergoß für ihn mehr Tränen als für meinen eigenen Vater. Ich denke, mein Sohn João Gabriel und ich waren wohl leider die einzigen Menschen, die ihn in den vergangenen Monaten besuchten. J.G. sang ihm den “kleinen grünen Kaktus”, ich sang ihm Schubert-Lieder, aber auch alte israelische Pop-Songs und “Hava Nagila” (zusammen mit einer Freundin, der Tochter eines seiner Weggefährten aus seiner Militärzeiten, wie mir berichtet wurde). J.G. spielte ihm auf der Geige aber auch “Die kleine Nachtmusik” und was er sonst noch in seinem Geigen-Repertoire hat.

Ich lernte ihn in den 90-er Jahren in der Synagoge in Karlsruhe kennen. Ich sprach mit ihn anlässlich eines Konzertes von Danny Bober und bei der Bar Mizwa von Marc Nachmann. Er schickte mich quasi zum Hebräisch-Unterricht an die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, damit ich mein an der Volkshochschule Karlsruhe erworbenes Iwrit vertiefen konnte. Dort traf ich dann in der Folgezeit auch das eine oder andere Mal.

Ich werde Professor Levinson immer dankbar sein und ihn nie, nie vergessen.

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