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Andreas Maiers Roman “Die Straße”

Die Kapitelüberschriften sind Anspielungen auf Alice im Wunderland.

 

Kapitel “Die Stra­ße ent­lang stan­den die an­de­ren Häu­ser …”

Was bedeutet Ak­zi­den­ti­en? Akzidenz (Philosophie), das nicht Wesentliche im Gegensatz zur Substanz.

Mit der Zeit ge­wöhn­te ich mich na­tür­lich an die­ses Phä­no­men, je öfter ich, und in­zwi­schen auch al­lein, frem­de Häu­ser und frem­de Woh­nun­gen be­trat.

Ach so …?

Die für mich er­träg­li­che­ren Häu­ser ge­hör­ten denen, deren Fa­mi­li­en­le­ben eher ka­putt war und die sich schon weit­ge­hend vor­ein­an­der zu­rück­ge­zo­gen hat­ten. Häu­ser mit Ein­zel­kin­dern, Aka­de­mi­ker, Leh­rer oder der­glei­chen. Wo so­wie­so eine düs­te­re Stim­mung herrsch­te und jene ge­wis­se emo­tio­na­le Leere, konn­te ich bes­ser atmen, und die dort le­ben­den Kin­der waren auch eher so wie ich. Sie stan­den mehr für sich, ich konn­te sie bes­ser an­spre­chen, es ge­schah nicht alles nach einem blo­ßen Me­cha­nis­mus. Man merk­te, sie be­fan­den sich nicht in na­tür­li­chen Zu­sam­men­hän­gen und waren darin auf­ge­ho­ben, son­dern sie ori­en­tier­ten sich selbst bzw. ver­such­ten dies, weil sie muß­ten. Sie neig­ten zum Fra­gen und zum Zu­hö­ren. Und sie konn­ten sich im Re­gel­fall mit sich selbst be­schäf­ti­gen. Es um­weh­te sie über­dies immer eine ge­wis­se Trau­rig­keit.
Bei­spiel: Jener H., schlank, ein Fuß­ball­ta­lent, die El­tern leb­ten ge­mein­sam im Haus, aber waren nicht mehr zu­sam­men …
Auch mit sei­nem Vater, dem ge­bro­che­nen, konn­te ich bes­ser um­ge­hen als mit an­de­ren. …

Die Mütter, die mit ihren bis zu 10 Jahre alten Söhnen im Bett liegen, und das ganz natürlich finden, und sich auch nie wundern, warum ihre Söhne seltsam wurden und sich überraschenderweise mehr ihnen als den Vätern zuwandten. Freut mich, das Thema mal verbalisiert zu finden. Ich fand den Sachverhalt schon immer erstaunlich. Mal schauen, wann ich das erste Mal davon höre, dass so ein Sohn das psychotherapeutisch aufarbeiten muss! Selbst dann werden diese Mütter aber ganz verblüfft kucken und von nichts eine Ahnung haben. Und wenn dann mal die seinerzeit im Kontext eingeschalteten Familienrichter zur Rede gestellt werden, werden auch sie alle Verantwortung von sich weisen – denn niemand hatte ihnen glaubwürdige Beweise vorgelegt – was ihnen vorgelegt worden war, das war doch nur eklige schmutzige Wäsche, an welcher überhaupt nichts sein konnte. Ach, diese armen in den Schmutz gezogenen Mütter … – jemand musste sie doch beschützen – dazu sind Familienrichter doch schließlich da.

In die­sen Mo­men­ten be­stan­den die Mäd­chen ganz of­fen­bar nur aus dem Wunsch der Ein­füh­rung und […], sie hat­ten an jedem an­de­ren Rest der Welt das In­ter­es­se ver­lo­ren, etwas mußte nun un­be­dingt und zwin­gend ge­sche­hen, sie waren ganz ihr […], das sie mit kei­nem Wort be­nann­ten, nur mit deik­ti­schen Aus­drü­cken und mit Pro­no­mi­na, vorn wie hin­ten.

Irgendwie ist ja aus dem Kontext klar, was ein “deiktischer Ausdruck” ist, aber ich suchte deiktisch trotzdem im DWDS, wo ich quasi nur periphär fündig wurde, und dann in der deutschen Wikipedia (Artikel) – und was für ein Artikel, das ist! Ich kam in die Versuchung, an diesem Artikel rein wiki-technisch etwas herumzudoktern – ich hoffe, die dortigen Koryphäen nehmen keinen Anstoß daran. Mehrfache, wiederholende Nennung desselben Verweises reduziert; den zum Link erhobenen Text etwas minimiert; der ISBN-Nummer den Zauber des ISBN-Makros geschenkt. So etwas halt. Hiwi-Arbeiten im Dienste der Literatur-Wissenschaft also.

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Technisches zum e-book

Wie gesagt, ich mag es nicht, wenn in e-books Kapitel keine Überschriften haben; zu allererst baute ich also mit Hilfe von calibre h2-Überschriften und ließ calibre daraus Einträge für das e-book-Inhaltsverzeichnis erzeugen. Es ist doch immer wieder schön, wenn etwas (wohl mit etwas Übung) so einfach und so glatt gelingt.