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Papst Franziskus hat in Auschwitz der Opfer des deutschen Mordens gedacht

Eigentlich heißt der Untertitel des Beitrages in den Nachrichten des Deutschlandfunks:

Papst Franziskus hat in Auschwitz der Opfer der Nationalsozialisten gedacht

Aber das hört sich mittlerweile für manche an, als drehe es sich um einen seltsamen Fußballverein und einen Kleingärtnerverein. Es war aber weder ein seltsamer Fußballverein noch ein Kleingärtnerverein, es war auch mehr als nur eine Partei, auch mehr als eine Partei, die einmal in Deutschland bei demokratischen Wahlen zu einer parlamentarischen Mehrheit kam – es war die legitime Regierung des deutschen Volkes in den 30-er und 40-er Jahren.

Die Toten in Auschwitz und den anderen Konzentrationslagern sind Opfer der Gewalt, die von Deutschland, dem deutschen Volk und seiner Regierung ausgeübt wurde.

Zuerst formulierte ich “der Opfer der deutschen Gewaltherrschaft“, aber ich wusste, das geht noch eindringlicher.

Tätervolk fällt mir in diesem Zusammenhang noch ein …

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deutsche Geschichte Deutschland Holocaust

Deutsche Kollektivschuld, “Tätervolk”, “Volk der Täter”

Hatte ja keine Ahnung, dass “Tätervolk” 2003 zum Unwort des Jahres “gewählt” worden war. Ich finde das ganz schön empfindlich. Ob diejenigen, die damals so abstimmen durften / abstimmten, sich auch gleichermaßen empfindlich von ihren Vorfahren lossagten, oder ob ihnen das doch eher scheißegal war.

Ich persönlich schäme mich für das Familienbild mit meinem Großvater, auf dem erkennbar ist, dass er zur Waffen-SS gehörte und entsprechende Uniform trug. Ich habe mir aber auch erklären lassen, dass ethnische Deutsche damals in Rumänien, Ungarn etc. nicht viel Wahl hatten und einfach dorthin einberufen wurden. Es hat eben auch nicht jeder das Zeugs zum Helden. Hätte ich wohl auch nicht gehabt.

Es ist ein durchaus interessantes Gefühl, ganz unfreiwillig zwei Herzen (und Identitäten) in seiner Brust schlagen zu fühlen, das Herz des Opfervolkes und das Herz des Tätervolkes.